Nicht über P. schwatzen in Praxen
November 28, 2007 von xxlkillababe
Schöne Methoden da in Bayern wird sicher bald “Alltag” werden, man geht hart gegen Schmierereien an Hauswänden vor. Dabei werden potentielle Sachbeschädiger auch mal mit einem Sondereinsatzkommando zur Strecke gebracht, Attacke. Der Vater der Familie ist zwar schlicht und einfach völlig unschuldig. Nach fünf Stunden Hausdurchsuchung wird das langsam auch der Polizei klar. Das Ermittlungsverfahren ist inzwischen eingestellt. So ist das halt bei uns in Deutschland.
O-Ton: Petra Lindner, Mutter
“Und zwar hat er eine schusssichere Weste angehabt, eine Maschinenpistole und riss jede Türe auf. ‘Toilette gesichert!’, dann nach vorne durch den Gang, die nächste Tür ‘Bad gesichert!’ und immer im Anschlag seine Maschinenpistole, weiter in die Küche ‘Küche gesichert!’.”Was muss da vorgefallen sein, wenn die bayrische Provinzpolizei ein so großes Rad dreht? Entführung, Mord, Attentat? So ungefähr: Im idyllischen Nachbarort Marktl am Inn steht das Geburtshaus des Papstes. Böse Menschen haben es zwei Tage zuvor, unmittelbar vor dem Papstbesuch, mit blauer Farbe bespritzt.
O-Ton: Siegfried Lindner, Vater
“Ich wurde in dem Präsidium fünf Stunden festgehalten. Mir wurden Fingerabdrücke abgenommen. Ich hatte einen Speicheltest. Es wurden Fotos gemacht. Ich wurde also komplett erkennungsdienstlich aufgenommen, ich wurde verhört.”Der einzige Verdachtsmoment gegen den Familienvater: Er hatte im Wartezimmer dieser Arztpraxis zu einem anderen Patienten gesagt, dass die 40 Millionen, die der Papstbesuch kostet, besser hätten verwendet werden können.
Der Bayerische Rundfunk kann so was ja nicht bringen - Dank den MDR.
Link zum ganzen Artikel beim mdr
Es gibt aber auch mal was gutes zu vermelden - Heise online
Der Greifswalder Verfassungsrichter Helmut Wolf hält das vom Bundestag beschlossene Gesetz zur Vorratsdaten-Speicherung von Telefon- und Internetverbindungsdaten für verfassungswidrig. Er halte die angekündigten Verfassungsbeschwerden für “sehr aussichtsreich”, sagte der Vizepräsident des Landesverfassungsgerichts Mecklenburg-Vorpommern in einem Gespräch mit dpa. “Ich bin davon überzeugt, dass die Verpflichtung, alle Telefon- und Internetverbindungsdaten sechs Monate zu speichern und damit für einen eventuellen staatlichen Zugriff zur Verfügung zu halten, verfassungswidrig ist.”
Quellen:
mdr.de Remote Control Heise online blog.pantoffelpunk.de






Man könnte hoffen, dass noch mehr solcher hysterischen Aktionen wie hier oder bei dem Paar in den Flitterwochen neulich dazu beitragen, dass das Pendel wieder in Richtung Vernunft schlägt. Aber es kann genausogut alles erst der Anfang sein.